Lotte-Lehmann-Woche: Die Lehmann

... eine Vollblutkünstlerin und -pädagogin

Lotte Lehmann (geb. 1888 in Perleberg, gest. Santa Barbara 1976) war eine der außerordentlichen Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts – jede Note und jede Geste der Rollen, die sie verkörperte, erfüllte und beseelte sie mit bezwingender Gestaltungskraft. Ihr Repertoire, ihre künstlerische Wirkung und ihre Karriere hatten internationales Format: von Mozart bis Verdi, von Massenet und Gounod bis Strauss, von Wagner bis Korngold wurde sie in allen Musikzentren der Welt gefeiert.

Zu den Bewunderern ihrer Gesangskultur und ihres verzehrenden Bühnentemperaments zählten Toscanini und Caruso. Höchste persönliche Integrität bewies sie, indem sie Görings Angebot, als erste »reichsdeutsche Nationalsängerin« nur noch in Deutschland aufzutreten, ausschlug und mit ihrem jüdischen Ehemann in die USA emigrierte.

Ihre Karriere beendete sie 1951 mit einem gefeierten Liederabend in der New Yorker Town Hall und übernahm daraufhin eine Dozentur an der neugegründeten Academy of the West in Santa Barbara, Kalifornien. Im Verbund mit anderen emigrierten Künstlerkollegen unterrichtete und prägte sie herausragende Sängerpersönlichkeiten der Folgegeneration, wie Grace Bumbry, Marilyn Horne, Karan Armstrong und Maria Zahlten-Hall.

Auf der Website der Lotte Lehmann League (http://www.lottelehmannleague.org) findet sich eine Fülle von gut ausgewählten und informativen Materialien (Texte, Fotos, Tonaufnahmen, Lesetipps etc.).